Behörden-Pressemitteilungen von SEC, DOJ, BaFin oder ähnlichen Behörden sind das schwierigste Reputationsproblem im Internet. Die direkte Entfernung ist selten möglich — aber es gibt einen klaren Strategiepfad.
Behörden-Pressemitteilungen kombinieren drei Eigenschaften, die sie besonders hartnäckig machen: Autorität (Behördenwebsites ranken sehr hoch in Google), Dauerhaftigkeit (Behörden löschen veröffentlichte PMs in der Regel nicht) und Verbreitung (Behörden-PMs werden von vielen Medien aufgegriffen und weiterverbreitet).
Das bedeutet: Selbst wenn eine Klage später fallen gelassen wurde, ein Verfahren eingestellt wurde oder ein Vergleich "ohne Eingeständnis" geschlossen wurde — die originale Behörden-PM bleibt online und rangiert prominent. Die Anklage wird sichtbar, das Ergebnis nicht.
Die direkte Entfernung einer Behörden-PM von der Ursprungswebsite ist in den allermeisten Fällen nicht möglich. Ihre Strategie muss auf zwei Säulen beruhen: Unterdrückung durch positive Inhalte und Entfernung von Sekundärquellen.
| Behörde | Entfernbarkeit der PM | Beste Strategie |
|---|---|---|
| SEC (Wertpapieraufsicht) | Nicht möglich | Sekundärquellen + Unterdrückung |
| DOJ (US-Justizministerium) | Nicht möglich | Sekundärquellen + Unterdrückung |
| BaFin (Deutschland) | Sehr schwierig | DSGVO-Antrag + Sekundärquellen |
| Staatsanwaltschaft (eingestelltes Verfahren) | Situationsabhängig | DSGVO-Antrag + redaktionelle Anfrage |
Google AI Overviews und andere KI-Suchtools bevorzugen autoritative Quellen — und Behördenwebsites sind per Definition hochautoritativ. Das bedeutet: Eine Behörden-PM, die in einem klassischen Google-Suchergebnis auf Platz 3 oder 4 erscheint, kann in einem KI-Overview-Ergebnis als primäre Informationsquelle über Sie erscheinen. Mit zunehmender Verbreitung von KI-gestützter Suche wird dieses Problem größer, nicht kleiner.
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